Laserbearbeitung

Die Wahl des richtigen Lasers ist entscheidend für den Erfolg der Bearbeitung. Unterschiedliche Materialien, Bearbeitungsverfahren und Präzisionsanforderungen erfordern spezialisierte Lasertypen. Während einige Laser auf hohe Leistung für schnelle Prozesse setzen, punkten andere mit ultrakurzen Pulsen für feinste Strukturen und empfindliche Materialien. Mit dem technologischen Fortschritt wächst auch die Vielfalt der Möglichkeiten, denn Prozesse werden präziser, flexibler und eröffnen neue Perspektiven.

Mit Licht zur Perfektion: Die Kraft der Laserbearbeitung

Die Laserbearbeitung nutzt den Laser als Werkzeug, um Werkstücke präzise, berührungslos und effizient zu schneiden, zu gravieren oder zu schweißen. Unterschiedliche Lasertypen und Verfahren ermöglichen die Bearbeitung vieler Materialien. Im Unterschied zur Lasermaterialbearbeitung liegt der Fokus hier auf Prozess und Präzision, nicht auf der Materialreaktion.

Was ist Laserbearbeitung?

Laserbearbeitung umfasst alle Verfahren, bei denen ein Laser gezielt eingesetzt wird, um Werkstücke zu bearbeiten. Ob Schneiden, Gravieren, Schweißen oder Formen: Der Laser arbeitet berührungslos und erreicht hohe Präzision. Komplexe Geometrien lassen sich zuverlässig umsetzen, ohne dass mechanische Werkzeuge verschleißen.

Unterschied zwischen Laserbearbeitung und Lasermaterialbearbeitung

Laserbearbeitung und Lasermaterialbearbeitung werden öfter synonym verwendet, jedoch weisen die beiden Begriffe inhaltlich kleine Unterschiede auf:

Laserbearbeitung

Laserbearbeitung betrachtet den Laser als Werkzeug und fokussiert sich auf die technische Anwendung. Es geht darum, wie der Laser verschiedene Prozesse umsetzt, wie effizient diese Abläufe sind und welche Vorteile sie für die Fertigung, Automation und Serienproduktion bieten. Die Perspektive liegt auf Prozessnutzen, Geschwindigkeit und Präzision, unabhängig von den physikalischen Eigenschaften des Materials.

Lasermaterialbearbeitung

Lasermaterialbearbeitung dagegen richtet den Blick auf das Material selbst und seine Reaktion auf den Laser. Hier stehen physikalische Prozesse wie Absorption, Schmelzen oder Verdampfen im Vordergrund. Es wird untersucht, wie verschiedene Werkstoffe – Metall, Kunststoff, Keramik oder Glas – auf den Laserstrahl reagieren und welche Prozessparameter nötig sind, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Zusammengefasst:

  • Laserbearbeitung = der Laser als Werkzeug
  • Lasermaterialbearbeitung = der Laser als Einfluss auf das Material.

Welche Materialien können gelasert werden?

Grundsätzlich können viele Materialien mithilfe von Lasern bearbeitet werden. Dazu gehören Metalle wie Edelstahl, Aluminium und Kupfer, Kunststoffe, Holz, Glas, sowie Papier und Textilien. Je nach Material und Laserart lassen sich Schneiden, Gravieren oder Markieren präzise durchführen. Auch Laseranwendungen in der Leistungselektronik sowie die Laserbearbeitung von Keramiken und Photovoltaikmodulen spielen in der Industrie eine entscheidenede Rolle. Die Wahl des passenden Laserverfahrens hängt von den Eigenschaften des Materials und dem gewünschten Ergebnis ab.

Laserschweißprozess mit fokussiertem Energieeintrag auf ein Metallstück, ausgeführt im Nahbereich mit manueller Bauteilführung.

Verfahren der Laserbearbeitung

Die Verfahren der Laserbearbeitung nutzen alle konzentrierte Laserenergie, unterscheiden sich jedoch je nach Einsatzzweck in Intensität, Fokus und Wirkung:

Laserschneiden

Beim Laserschneiden wird der fokussierte Laserstrahl genutzt, um Materialien präzise und sauber zu trennen. Durch die hohe Energieeinbringung verdampft oder schmilzt das Material entlang der gewünschten Schnittlinie, ohne dass mechanische Werkzeuge in Kontakt treten. Dies ermöglicht schnelle und flexible Schnitte bei gleichzeitig hoher Wiederholgenauigkeit, wodurch sich das Verfahren besonders gut für Bleche, Kunststoffe und viele weitere Werkstoffe eignet.

Lasergravieren und -markieren

Lasergravur und Laserbeschriftung dienen dazu, Oberflächen gezielt zu verändern, ohne das Werkstück komplett zu durchdringen. Dabei trägt der Laser das Material an der Oberfläche ab (Laserablation) oder verändert dessen Struktur, um dauerhafte und präzise Markierungen wie Logos, Seriennummern oder dekorative Muster zu erzeugen. Diese Verfahren sind besonders langlebig und widerstandsfähig gegen Abnutzung.

Laserbohren

Das Laserbohren erzeugt feine, meist runde Öffnungen in Werkstoffen. Durch die hohe Energie des Strahls lassen sich Löcher mit kleinen Durchmessern und hoher Genauigkeit herstellen. Diese Technik findet Anwendung in Bereichen, in denen mikroskopisch präzise Bohrungen notwendig sind, etwa in der Elektronikfertigung oder Medizintechnik.

Laserschweißen und -löten

Beim Laserschweißen werden zwei Werkstücke an einer exakt fokussierten Stelle so stark erhitzt, dass das Material aufschmilzt und sich zu einer stabilen Verbindung zusammenschließt.

Das Laserlöten funktioniert ähnlich, jedoch wird dabei zusätzlich ein drittes Material, das sogenannte Lot, eingebracht. Dieses schmilzt durch den Laser und verbindet die Werkstücke, ohne dass deren Grundmaterial vollständig aufgeschmolzen wird. Das eignet sich besonders bei empfindlichen oder unterschiedlich zusammengesetzten Materialien.

Laserauftragschweißen

Das Laserauftragschweißen ist ein additives Verfahren, bei dem ein Werkstück lokal durch einen Laserstrahl aufgeschmolzen und gleichzeitig mit einem Zusatzmaterial (meist in Pulverform) beschichtet wird. Auf diese Weise entsteht Schicht für Schicht eine neue Oberfläche, die beispielsweise besonders verschleiß- oder korrosionsbeständig ist.

Additive Fertigung mit Laser

In der additiven Fertigung, oft als 3D-Druck bezeichnet, baut der Laser Bauteile Schicht für Schicht auf, indem Metall- oder Kunststoffpulver punktgenau geschmolzen und verfestigt wird. Dieses Verfahren ermöglicht die Herstellung komplexer Geometrien und individuell angepasster Bauteile, die mit traditionellen Methoden schwer oder gar nicht realisierbar wären.

Laseroberflächenbehandlung

Zur Verbesserung der Werkstoffeigenschaften werden Oberflächen mit Laserenergie gezielt beeinflusst. Zum Beispiel kann durch Laserhärten die Randschicht eines Bauteils erhitzt und dadurch verschleißfester gemacht werden. Solche Behandlungen erhöhen die Lebensdauer von Werkzeugen und Maschinenteilen und verbessern ihre Leistung.

Eine Nahaufnahme zeigt einen grünen Laserstrahl, der durch eine Optik für die Bearbeitung gebündelt wird.

Welche Laser werden in der Laserbearbeitung eingesetzt?

Je nach Material und Anwendung kommen in der Laserbearbeitung unterschiedliche Lasertypen zum Einsatz:

CO₂-Laser

CO₂-Laser sind echte Allrounder. Sie arbeiten im Infrarotbereich und eignen sich besonders gut für nichtmetallische Materialien wie Holz, Kunststoffe oder Glas. Durch ihre hohe Leistung ermöglichen sie präzises Schneiden und Gravieren bei gleichbleibend sauberer Kante.

Nd:YAG-Laser

Nd:YAG-Laser punkten durch ihre Vielseitigkeit in der Bearbeitung metallischer Materialien. Sie dringen tiefer ins Material ein und sind ideal für Anwendungen wie Schweißen, Bohren oder Härten, bei denen eine hohe Energiedichte benötigt wird.

Ultrakurzpulslaser

Ultrakurzpulslaser arbeiten mit extrem kurzen Impulsen im Femtosekunden- oder Pikosekundenbereich. Dadurch lassen sich Materialien besonders schonend und präzise bearbeiten, ohne dass thermische Schäden entstehen, was perfekt für sensible Materialien wie Keramik, Glas oder Verbundstoffe ist.

Ein Laserstrahl bearbeitet die Oberfläche eines Werkstücks kontaktlos und erzeugt dabei Funken.

Chancen und Grenzen der Laserbearbeitung

Die Laserbearbeitung überzeugt durch hohe Präzision, Flexibilität und Reproduzierbarkeit. Komplexe Geometrien und unterschiedlichste Materialien lassen sich effizient bearbeiten, oft automatisiert und serienreif. Gleichzeitig erfordert sie jedoch Investitionen in hochwertige Anlagen, geschultes Fachpersonal und eine sorgfältige Prozessplanung, da Material, Geometrie und gewünschte Effekte exakt aufeinander abgestimmt werden müssen.

Niels Krauch
Chief Technology Officer